Als ich mir zwischen den Jahren Gedanken über das Jahr 2026 gemacht habe und worauf ich einen besonderen Fokus legen will, kam mir das Wort Gemeinschaft sehr schnell.
Ich habe mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und reise dieses Jahr mit meinem Camper durch Europa. Die letzten Jahre habe ich viel darauf hingearbeitet und die Weichen gelegt, um ortsunabhängig zu sein.
Pünktlich zum Jahreswechsel bin ich in Griechenland angekommen und werde 2-3 Monate hier verbringen. Ich bin so dankbar dafür, dass ich eine Arbeit habe, die ich von überall aus machen kann und möchte diese Freiheit ganz besonders nutzen dieses Jahr.
Der ständige Ortswechsel hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Freundschaften und soziale Kontakte müssen viel bewusster gepflegt werden. Deshalb möchte ich dieses Jahr besonders Wert auf die Verbindung zu anderen Menschen legen.
Gemeinschaft ist ein Wort, das leuchtet
Emily Dickinson hat mal gesagt: „Ich kenne nichts auf der Welt, das eine solche Macht hat, wie das Wort. Manchmal schreibe ich eines auf und sehe es an, bis es beginnt zu leuchten.“
Ist das nicht schön? Ich trage das Wort Gemeinschaft jetzt schon ein paar Wochen mit mir herum. Schaue es von verschiedenen Seiten an, bewege es zwischen den Händen. Lasse es leuchten.
Ich möchte dem Wort in 2026 Macht geben, indem ich es in den Fokus stelle und mich über das Jahr hinweg immer wieder daran erinnere und orientiere. Ein Wort als Nordstern, der mich mit meinen Werten verbindet.
In diesem Blogartikel überlege ich einfach mal laut, was das konkret heißt. Es wird keine Roadmap, keine To-do-Liste zum Abhaken, kein genauer Plan. Sondern meine Gedanken dazu, wie ich in 2026 Gemeinschaft leben möchte.
1. Mehr Austausch und Community in meinem Arbeitsalltag
Mit meinen Kund*innen arbeite ich recht eng zusammen, was richtig toll ist.
Aber ich bin Soloselbstständige und arbeite viel im berühmt-berüchtigten stillen Kämmerlein. Und da ist es manchmal ganz schön einsam.
Für das nächste Jahr möchte ich mehr in den aktiven Austausch gehen. Ich möchte Netzwerkveranstaltungen besuchen, coworken und coole Communitys finden, sodass der aktive Austausch mit anderen Menschen ein fester Teil meines Arbeitsalltags wird.
Außerdem möchte ich das kostenlose Website-Coworking, das ich im August als besondere summer edition schon mal veranstaltet habe, im Laufe des Jahres wieder anbieten. Gemeinsames Coworking steigert das Commitment an einer Sache dranzubleiben und man kommt locker in Kontakt miteinander. Zudem macht es Spaß, sich gegenseitig zu motivieren und zu sehen, was man selbst und andere in der vorgegebenen Zeit schaffen.
2. Den Fokus auf meine Freundschaften legen
Meine Freundschaften sind mir unheimlich wichtig. Aber leider sehe ich viele meine Freund*innen oft über Monate oder sogar Jahre nicht, weil wir an verschiedenen Orten leben. Und trotzdem ist da eine große Vertrautheit, für die ich sehr dankbar bin.
Gleichzeitig merke ich, dass meine Freundschaften im Alltag manchmal zu wenig Raum bekommen, besonders in stressigen Phasen. Dieses Jahr möchte ich das bewusst anders machen und meine Freundschaften in den Mittelpunkt zu stellen. Dafür blocke ich mir regelmäßig Zeiten für ausführliche Telefondates im Kalender. 🙂
3. Gesellschaftliches Engagement wieder aufnehmen
Während meiner Studizeit war ich sehr engagiert, Mitglied von verschiedenen Kollektiven und habe immer wieder an richtig coolen ehrenamtlichen Projekten mitgearbeitet. Das ist in den letzten Jahren leider total in den Hintergrund gerutscht, weil ich absolut keine Kapazitäten dafür hatte.
Die politische und soziale Realität macht in den letzten Jahren immer mehr zu schaffen. Wir werden überflutet von Krisen. Reaktionäre Parteien und Organisationen breiten sich aus und werden immer beliebter. Das ist beängstigend und manchmal möchte ich einfach nur den Kopf in den Sand stecken und nie wieder meine Nachrichtenapps öffnen. Aber in letzter Zeit habe ich auch richtig stark das Bedürfnis danach, wieder aktiv zu werden und mich sozial zu engagieren.
Ich weiß nur noch nicht genau, wie. Dafür nehme ich mir zu Beginn des Jahres jetzt erstmal Zeit, NGOs und soziale Projekte in Deutschland und meiner zweiten Heimat Argentinien recherchieren.
Gemeinschaft ist ein Gefühl
Ich glaube fest daran: gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam sind wir mutiger, gemeinsam sind wir glücklicher!
Gemeinschaft gibt uns ein Gefühl von Verbundenheit, von Zusammenhalt. Von nicht-alleine-sein.
Die letzten Jahre sind Weltpolitisch immer dusterer geworden. Es fühlt sich manchmal leichter an, sich zurückzuziehen. Dem möchte ich dieses Jahr bestimmt entgegentreten. In meiner Arbeit, im Privaten und in meinem gesellschaftlichen Handeln.
Nicht mehr Me-Time in 2026, sondern mehr Miteinander!


